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Atelierarbeit

Atelierarbeit in der Grundschule

Die Atelierarbeit ermöglicht eine effektive Form des individuellen Arbeitens , die eine ganz natürliche Differenzierung gewährleistet und Kompetenzen unterschiedlichster Art (Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Persönlichkeitskompetenz, Methodenkompetenz) gewährleistet.

Sie ist außerdem in hohem Maße schülerorientiert, ganzheitlich und hat eine extrem hohe Schüleraktivität zur Folge.

Lernen wird hier durch die intrinsische Motivation gesteuert und ist somit für alle Kinder  sinnvoll!

Wir sind nicht die einzige Schule, die die Atelierarbeit durchführt. Wir haben uns vor einigen Jahren fortgebildet und diese Arbeitsform auf uns zugeschnitten.

Die Atelierarbeit findet an einem festen Morgen in der Woche statt und wird klassenübergreifend durchgeführt, um alle Lehrkräfte der entsprechenden Jahrgangsstufe und noch eine zusätzliche Lehrerin zur Verfügung zu haben. Somit stehen mindestens 5 Personen als Lernbegleiter in unterschiedlichen Ateliers zur Verfügung.

 

Für uns ist es wichtig, dass sich die Schüler/Innen tags zuvor für ihr Atelier und für eine entsprechende Aufgabenkarte entschieden haben, sodass an dem Tag an sich keine Unruhe entsteht und die effektive Lernzeit gewährleistet ist. Dazu dient ein „Formular“, in das sie ihr Atelier, ihren Auftrag und ihren Partner eintragen. Erst wenn die Lehrkraft diese Vereinbarung abgezeichnet hat, darf mit der Arbeit begonnen werden. Auf diese Art und Weise behält die Lehrkraft immer den Überblick, denn die Schüler/Innen dürfen zu einem Thema kein Atelier zweimal besuchen. Außerdem werden sie angehalten, ihren Partner immer Mal zu wechseln.

Die Schüler selbst wissen also auch schon mindestens einen Tag vorher, welche Materialien sie mitbringen müssen. Die Lehrkräfte selbst haben so die Möglichkeit die Ateliers schon vorab sinnvoll zu besetzen.

Diese „Eintrittskarte“ kleben die Kinder in ihr Atelierbuch, in dem auch alle Ergebnisse entweder schriftlich oder auch als Bild festgehalten werden. Es dient der Dokumentation und entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem persönlichen Fachbuch. (Wunderbar!)

An dem Ateliertag an sich starten alle Schüler/Innen mit Brain Gym, um sich und ihr Gehirn zu sortieren und in Einklang zu bringen.

Zwei Stunden arbeiten die Jungen und Mädchen in den allermeisten Fällen im Team an den ausgewählten Aufgaben sehr zielstrebig, denn sie wissen, dass mit Beendigung ihrer Arbeit die Präsentation kommt, das Herzstück der Atelierarbeit. Die Fertigstellung einer Arbeit kann zeitlich sehr unterschiedlich ausfallen. Aber am Ende steht immer die Präsentation, die mit der Zeit sehr souverän und kompetent von unseren Schülern bewerkstelligt wird. Ganz bedeutsam sind die wertschätzende Atmosphäre und der respektvolle Umgang mit den Mitschülern und deren Ergebnissen. Die Mitschüler sind aufgefordert, kritisch zu sein und Lob und Tipps zu äußern. So bewegt sich diese wichtige Phase auf  gewinnbringendem Niveau. Die Präsentation findet immer in der dritten Stunde an dem Ateliermorgen statt.

 

Im dritten Schuljahr einigen sich zu Beginn einer neuen Ateliereinheit  Lehrer und Schüler auf ein übergeordnetes Thema.

Im vierten Schuljahr kann das Thema auch ganz frei gewählt werden und somit aus dem persönlichen Interessengebiet des Kindes resultieren.

Die vier Ateliers (Sprache, Sache, Rechnen und Kunst) enthalten allgemein formulierte Aufgaben, die auf alle Themen übertragbar sind und die eine natürliche Differenzierung zulassen.

Ob ein Kind ein Gedicht zu einem Thema mit zwei Strophen oder mit vier Strophen schreibt, ob es den Paarreim anwendet oder es eher modern ohne Reim formuliert, entscheidet das Kind selbst.

Experimente zu einem Thema können einfacher Natur sein oder anspruchsvoll angelegt werden.

Die Lösung erfundener Rechengeschichten können alle eingeführten Rechenoperationen erfordern, können sich aber auch auf nur eine reduzieren.

Kunstatelier bedeutet das Bewegen auf musikalischer, handwerklicher, bildnerischer oder auch sportlicher Ebene.

Bei allem ist es wichtig, dass die Lernenden über methodische Kompetenzen verfügen, die es ihnen ermöglichen, selbstständig zu arbeiten.

Eine angenehme Arbeitsatmosphäre sollte ihnen wichtig sein, und sie sollten in der Lage sein, diese zu gewährleisten. Unserer Erfahrung nach arbeiten alle Kinder auf diese Art so gerne, dass es während der Arbeitsphase nur selten zu einer ungesunden Unruhe kommt.

Die Lehrkräfte sind immer Lernbegleiter, unterstützen so viel wie nötig und so wenig wie möglich!

Aufgabe der Lehrkräfte ist es, diese sehr individuelle und freie Form des Lernens sehr gut organisiert und strukturiert zu haben. Die Schüler lernen auf diesem Wege, wie wichtig und wertvoll strukturiertes Arbeiten sein kann und wie viel Freude es bereitet, erfolgreich im Team zu lernen.